Kreuzbandriss, TPLO
Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen, die uns im tiermedizinischen Alltag vorgestellt wird.
Beim Hund spricht man eher von der Kreuzbanderkrankung.
Denn anders als beim Menschen, wo der Riss in der Regel immer Folge eines Traumas ist (massive drehende Bewegung im Knie bei Fußballern oder Schifahrern), ist beim Hund eine Degeneration, ein Verschleiss, Ursache für das zunehmende Zerreissen von Bandanteilen des vorderen Kreuzbandes. Dieses führt zu erheblichen Schmerzen und einer Instabilität des Knies und damit zur Lahmheit des betroffenen Beines. Kommt es zum vollständigen Riss, kann es dann auch zu Schäden des Meniskus kommen, so dass eine höhergradige Lahmheit resultiert.
In der Regel werden wir Ihnen zu einer frühzeitigen operativen Versorgung raten, da die chirurgische Behandlung die besten Behandlungsergebnisse liefert.
Es gibt mittlerweile viele Techniken und Verfahren der Kreuzband-OP.
Bei den kleineren Hunden wird üblicherweise ein Bandersatz nach Flo, bei Katzen eine Faszienraffung nach Meutstege durchgeführt, ein „Vernähen“ des Knies, das die beschriebene Instabilität beendet.
Bei größeren Hunden haben sich sogenannte Umstellungsosteotomien als erfolgreiche Techniken etabliert. Diese Verfahren, wie die TPLO, führen zu einer Umstellung der Kräfte im Knie und somit zur Aufhebung der Instabilität. Die Hunde fangen sehr schnell nach der OP an, das erkrankte Knie zu belasten.
Der Begriff TPLO steht für „Tibial Plateau Leveling Osteotomy“ (Nivellierungsosteotomie des Tibiaplateaus).
Am Folgetag der OP erfolgt eine erste klinische Kontrolle, die Fäden werden nach 11 Tagen gezogen, bis dahin wird alle 3 Tage der Verband gewechselt. In den folgenden Wochen darf Ihr Hund nicht ohne Leine laufen und nicht springen. Eine konkrete Anleitung, was und wieviel in den ersten Tagen erlaubt ist, geben wir Ihnen gern in einem persönlichen Gespräch.
Nach ca. 6 Wochen erfolgt eine Röngtenkontrolle, um zu sehen, ob der Spalt mit Knochengewebe gefüllt ist. Für diese Untersuchung wird keine Sedierung benötigt. Wenn der Heilungserfolg zufriedenstellend ist, darf der Hund kontrolliert frei laufen.
Eine sehr wichtige Schlussbemerkung: Innerhalb von zwei Jahren nach dem Kreuzbandriss kommt es in 50 % der Fälle zur Erkrankung des zweiten Knies.


